Allgemein | 27.02.2026
Gegenüber dem Vorjahr verzeichnen die sächsischen Vereine einen Zuwachs von mehr als 23.000 Personen. Dies entspricht einem Plus von 3,2 Prozent – trotz Herausforderungen.
Der Landessportbund Sachsen (LSB) kann einen erneuten Rekord vermelden: Laut seiner Bestandserhebung 2026 (Stichtag: 1. Januar 2026) verzeichnen die sächsischen Sportvereine einen erneuten Mitgliederhöchstwert. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Sporttreibenden um mehr als 23.000 auf insgesamt 749.547 Personen (+3,2 %). Damit sind insgesamt rund 18,5 Prozent der sächsischen Bevölkerung Mitglied in einem Sportverein. Der sächsische Trend steigender Mitgliedschaften setzt sich fort – Sport und Bewegung erfreuen sich wachsender Beliebtheit.
„Diese Entwicklung ist ein starkes Signal für die gesellschaftliche Bedeutung des Sports in Sachsen“, sagt LSB-Präsident Dr. Frank Pfeil. „Die Vereine leisten vor Ort hervorragende Arbeit und bieten viele attraktive, meist wohnortnahe Angebote – trotz knapper Ressourcen. Unsere Anerkennung gilt den tausenden Engagierten, Trainern, Übungsleiterinnen und Vorständen, die diesen Aufschwung ermöglichen.“
Breites Wachstum in allen Regionen
In allen Regionen wächst die Zahl der Sporttreibenden in den Vereinen. Auch ist das Wachstum in sämtlichen Altersgruppen zu erkennen. Den größten Zuwachs hat die Gruppe der Erwachsenen (+4,39 %) zu verzeichnen. Bei Kindern und Jugendlichen (bis 18 Jahre) ist eine Entwicklung von +2,62 Prozent zu beobachten und bei der Personengruppe 50+ liegt der Anstieg bei +2,68 Prozent.
Kinder und Jugendliche bilden mit 261.419 Mitgliedern die größte Gruppe im sächsischen Sport. In den vergangenen vier Jahren stieg ihre Zahl um 50.474. Damit sind mehr als jedes dritte Kind bzw. Jugendliche Mitglied in einem Sportverein, das entspricht einem Organisationsgrad von 38 Prozent. Zugleich bestehen teilweise lange Wartelisten – es fehlen Ehrenamtliche und Kapazitäten in den sächsischen Sportstätten, um die hohe Nachfrage zu bedienen.
Vereinsstruktur: Weniger Vereine
Trotz des Mitgliederwachstums sank die Zahl der Vereine um 18 auf nun 4.312. Dadurch wachsen die bestehenden Vereine im Schnitt weiter. Im Durchschnitt weist ein sächsischer Verein damit 174 Mitglieder und 2,4 Abteilungen auf.
Insgesamt gibt es 61 Großsportvereine mit über 1.000 Mitgliedern sowie 14 weitere Vereine mit mehr als 900 Mitgliedern.
Beliebteste Sportarten: Fußball vorn – Plus auch bei Volleyball, Berg- und Gesundheitssport
Die populärste Sportart bleibt Fußball mit einem Plus von 2.244 Mitgliedschaften im Vergleich zum Vorjahr. Weitere Gewinner sind Volleyball (+1.477) und Bergsport (+1.053). Starke Zuwächse verzeichnen zudem sportartungebundene Angebote im Gesundheitssport (+2.508), Rehasport (+1.167) sowie die Allgemeine Sportgruppe (+8.338) als Sammelbecken für sportartungebundene Angebote. Bei Kindern und Jugendlichen bleibt Fußball die Nummer eins; bei der Zielgruppe 50+ stehen eher sportartungebundene Angebote im Mittelpunkt.
Herausforderung Ehrenamt: Rückgang und Nachwuchslücke
Die positive Entwicklung der Sporttreibenden trifft auf wachsende Herausforderungen im Ehrenamt. Laut Sportentwicklungsbericht (SEB) 2025, der im Auftrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft die Lage der Sportvereine in Deutschland erfasst, ist die Zahl der ehrenamtlich Tätigen in Sachsens Vereinen um 10.000 auf 86.630 gesunken (−10 % seit 2019). Für über 80 Prozent der Vereine stellt die Gewinnung und Bindung von Ehrenamtlichen ein Problem dar; für über 15 Prozent sogar ein existenzbedrohendes. Besonders angespannt ist die Lage bei Kampfrichtern und Schiedsrichterinnen. Junges Engagement ging seit 2019 um fast ein Drittel zurück.
„Ohne Ehrenamt kein Vereinssport – und ohne Schiedsrichterinnen und Kampfrichter kein Spielbetrieb. Wir setzen uns für gezielte Entlastung, Qualifizierung und Anerkennung ein und werben für niedrigschwellige Einstiege, Flexibilität und moderne Mitwirkungsformate“, so LSB-Präsident Frank Pfeil.
Sportstätten als Schlüssel: Investitionsbedarf gefährdet Entwicklung
Attraktive Vereinsarbeit ist nur in angemessenen Sportstätten möglich. Der Zustand der Infrastruktur stellt für 5,5 Prozent der Vereine in Sachsen ein existenzbedrohendes Problem dar (SEB 2025). Eine weitere positive Vereinsentwicklung hängt entscheidend von Investitionen in zukunftsfähige Sportstätten ab – von Hallensanierungen über barrierefreie Zugänge bis zu Freiflächen und digitalen Steuerungen.
Um auch in Zukunft die Vielfalt der sächsischen Sportlandschaft aufrecht zu erhalten und die ehrenamtlichen Vereinsstrukturen zu unterstützen, um als Gesellschaft von ihnen profitieren zu können, appelliert Pfeil an die Landesregierung: „Die Nachfrage ist da – bei Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und der Altersgruppe 50+. Jetzt braucht es planbare Förderkulissen, schnellere Verfahren und eine Priorisierung des Sports in der Infrastrukturplanung der Kommunen, des Freistaates und des Bundes.“ Er betont: „Nur so sichern wir Teilhabe, Gesundheit, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt für einen großen Teil der sächsischen Bevölkerung.“
Breites Engagement
Der LSB Sachsen bedankt sich bei allen sportbegeisterten Sächsinnen und Sachsen, bei den Vereinen, den Kreis- und Stadtsportbünden und den Landesfachverbänden für das ehren- und hauptamtliche Engagement und die gelebte Leidenschaft, die diese positive Entwicklung ermöglicht hat.
Weiterlesen: Mitgliederstatistik Landessportbund Sachsen 2026
Quelle: LSB Sachsen
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