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MDA 2000 -Japanreise 2014

Dienstag, 29. Juli 2014

Zusammenfassung einer weiten Reise mit kulturellen, basketballerischen und interessanten Einblicken.

Tagebuch von Christian Scheffler und Luis Pabst


Japan.JPG

Anreisetag, 16. bzw. 17. 07.
Treff war um 9.00 Uhr am Parkplatz Sportgymnasium. Mit verschlafenen, aber aufgeregten Gesichtern wurden die Taschen in die Autos gepackt, ein 1. Gruppenfoto wurde geschossen – und dann – ab nach Prag. Dort wartete das erste Flugzeug auf uns. Mit Lufthansa ging es von da aus 1 Stunde in der Luft zum drittgrößten Flughafen Europas, Frankfurt. Nach relativ langem Aufenthalt konnten wir den eigentlichen Flieger unserer Reise betreten. In knapp 11 Stunden waren wir in Tokio. Die kurze, fast schlaflose Nacht steckten wir bei der Landung in Tokio um 12:15 japanischer Zeit (+ 7 Stunden zur deutschen) alle ganz gut weg. Am Flughafen empfing uns der Coach Koichi Sato der Omiyakita High-School, in der wir unterkamen. Mit verschiedenen Bahnen ging es ca. 70 Minuten zur High-School. Von der letzten Haltestelle aus fuhren und Mütter der Schüler per Linksverkehr zur Schule. Dort angekommen wurden wir von allen freundlich gegrüßt, danach wurde uns gleich unser Schlaflager gezeigt, welches aus 2 großen Räumen bestand. Nur eine halbe Stunde später begann gleich ein kleines Training in der für uns sehr heißen Halle, welches uns den Flug aus den Beinen und dem Kopf schütteln sollte. Nach dem Training (es war schon Abend), veranstalteten unsere Gastgeber ein Begrüßungsmahl, bestehend aus japanischen Spezialitäten, z.B. kalte Bohnen und reichlich Fleisch. Am Tisch versuchte man mit den Japanern ein Gespräch aufzubauen, welches durch deren geringe Sprachfertigkeit in Englisch jedoch sehr schwer fiel. Am Ende bedanken sich beide Seiten bei ihren Gastgebern bzw. Gästen und wir verteilten unsere kleinen Präsente aus Deutschland. Der Anreisetag ging somit zu Ende.

Trip nach Nikko, 18. 07.
Heute ging es zur Stadt Nikko, ein Weltkulturerbe, mit den berühmten Shogun-Tempeln. Ein japanisches Sprichwort sagt: „Sage nicht „schön“, bevor Du Nikko gesehen hast!“. Mit Bahn und Zug machten wir uns auf den Weg nach Nikko. Dort angekommen ging es mit einem Bus weiter bis zur Tempelanlage. Die Objekte, welche man von Bildern kannte und für Japan bekannt sind, faszinierten sehr. Das Gelände wurde staunend von uns begutachtet sowie fotografiert. Eine heilige Quelle gab uns Kraft und Gesundheit. Beim Rundgang wurde uns sogar einiges erklärt, jedoch leider auf Japanisch. Einen Bereich durften wir nur barfuß betreten. Dort machten wir eine kleine Zeremonie mit. Zeit verging rasch, so ging unser Aufenthalt zu Ende. Also machten wir uns auf den Weg zur Haltestelle, auf dem wir noch in ein Restaurant zum Mittagessen einkehrten. Dabei überraschte uns ein Regenguss… In unserer Unterkunft erwartete uns ein Basketballspiel gegen eine Highschoolauswahl. Das Spiel, geprägt von Fehlern, aber auch guten Aktionen unserer Seite, gewannen wir am Ende mit einem Punkt. Die Schnelligkeit der Japaner und die klimatisch bedingte Wärme haben uns dabei sehr zugesetzt. Nach 10 Bahnen ausschwimmen im schuleigenen Becken und dem Abendessen geht auch dieser Tag zu Ende.

Der Basketballtag, 19. 07.
An diesem Tag wurde eine Coach Clinic, bei der japanische Trainer unsere Spielweise näher erläutert bekamen, veranstaltet. Die MDA war dabei das „Demo-Team“. In Sachen Schnelligkeit, Reaktion, Automatismen und Wurftechnik simulierten wir verschiedene Übungen /Aufgaben von Hr. Künze bzw. Hr.Prötzig. Die Japaner konnten dabei Fragen stellen und sich Notizen machen. Nach dem Mittagessen ging es mit einem gemeinsamen Training weiter. Wir und geschätzt 70 japanische Basketballer in unserem Alter machten zusammen Übungen zu verschieden Bereichen. Eine gute Atmosphäre und der Spaß am Training ließen die 2 Stunden schnell vorübergehen. Am Ende des Trainings fand noch ein Kurztunier mit gemischten Mannschaften (je ein Deutscher mit 4 Japanern) statt. Es war sehr interessant mal mit Spielern anderer Spielweise zusammen zu spielen. Ausschwimmen, Abendessen und Lagebesprechung beendeten diesen Tag.

Ausflug nach Kyoto, 20. 07.
Für Heute war ein Ausflug nach Kyoto, eine große und schöne Stadt mit sehenswerten Tempeln, geplant. Die Hinfahrt erfolgte per Schnellzüge, welche in Japan ziemlich verrückt aussehen. Nach 3 Stunden kamen wir auf dem riesigen Bahnhof in Kyoto an. Auf dem gibt es eine Plattform für eine schöne Aussicht über der Stadt. Per Taxi ging es danach zu unserem Ziel. Das erste Eis wurde gekauft und dann machten wir uns auf den Weg. Entlang an einem Bach, in dem es Schildkröten gab, erkundeten wir die Gegend und schauten uns verschiedene Tempelanlagen an. Wie die Japaner in Deutschland knipsten wir schöne Motive, seien es Bäume, Häuser oder Gegenstände. Beim Schlendern durch die Anlagen verging die Zeit sehr schnell. Wegen dem sonnigen Wetter wurde uns noch ein Eis ausgegeben und dann mussten wir uns schon auf den Rückweg machen, da wir zum Schulfest unserer Gastgeber am frühen Abend eingeladen waren. Beim Fest angekommen bekamen wir unser Festgewand, welches wir anzogen. Wenig später wurden wir über den „Marktplatz“, auf dem sich schon jede Menge Menschen angesammelt hatten, gelotst. Da trafen wir dann auch auf unsere Gastgeber, einen Schrein, für die Schule symbolisierend, tragend. Uns wurde gezeigt, dass wir mit anpacken sollen. So liefen wir diesen Schrein tragend zu seiner Endposition, wo er abgesetzt wurde. Danach wurde uns für unsere Hilfe gedankt. Das Spektakel ging noch eine ganze Weile weiter, welches wir eine Zeitlang beobachteten. Wegen den vielen Menschen und Lichtern merkte man gar nicht, wie schnell die Zeit verging, so wendeten wir uns dem Abendbrot, bestehend aus Hähnchennuggets, zu und traten den Heimweg an.

NTC, 21. 07.
Am Montag standen wir früh auf und nach dem leckeren Frühstück fuhren wir mit unseren japanischen Freunden nach Tokyo hinein. Dort besichtigten wir einen kleinen Stadtteil mit einem Tempel unweit des Tokyo Skytrees. Anschließend hatten wir nun Zeit Souvenirs und Geschenke für zu Hause zu kaufen. Danach trafen wir uns wieder mit unseren Trainern und fuhren mit dem Taxi zum National Training Center (NTC) von Japan, dem modernsten und größten Trainingscenter der Welt, in dem sonst nur Nationalmannschaften und olympische Kader trainieren. Das war eine große Ehre für uns, denn normalerweise wäre ein Zutritt für uns nicht möglich gewesen. Es wurden an diesem Tag 5 Spiele über eine Spielzeit von jeweils 15 min ausgetragen. Wir starteten zuerst gut in das erste Spiel und hatten nach 9 min einen 17 zu 5 Vorsprung. Doch auf Grund einer schlechten Schlussphase, in der wir unsere spielerische Linie verloren, gaben wir das Spiel noch aus der Hand und verloren letztlich noch mit 18 zu 21. Im zweiten Spiel pressten unser Gegner über das gesamte Feld und spielte im Halbfeld eine Zonenverteidigung (Full Court). Damit kamen wir über die gesamte Spielzeit nicht zurecht, obwohl wir diese Spielweise schon vom Vorbereitungsturnier in Polen kannten und verloren das Spiele klar. Die beiden nächsten Spiele haben durch unsere physische Überlegenheit gewonnen. Im letzen Spiel des Tages trafen wir noch einmal auf unseren ersten Gegner und revanchierten uns mit einer guten Leistung für die Auftaktniederlage und gewannen recht deutlich. Nach dem anstrengenden Tag konnten wir uns in SPA(Wellnessbad) des NTC regenerieren. Zu guter Letzt fuhren wir in Tokio mit dem Fahrstuhl das Rathaus hinauf, auf dem es eine Aussichtsplattform gab. Von da aus konnte man die Skyline und den Rest der Stadt bei Nacht überblicken.

NTC 2, 22. 07.
Am Dienstag konnten wir etwas länger schlafen und brachen nach dem Frühstück zum NTC auf, wo weitere zwei Spiele ausgetragen wurden sind. Diesmal spielten wir über die normale Spielzeit von 40 min. Im ersten Spiel konnten wir uns auf Grund einer soliden Leistung, ohne restlos zu überzeugen, uns durchsetzen. Spiel zwei verlief leider zu unseren Ungunsten, denn wieder kamen wir mit dem Pressing und der Zonenverteidigung nicht zurecht und sahen im 2. und 3. Viertel sehr schlecht aus. Das letzten Viertel konnten wir offen gestalten und kämpften uns wieder heran. Zum Ende hin hätten wir das Spiel eigentlich doch noch gewinnen können, doch durch individuelle Fehler verloren wir. Ein Sieg wäre auch nicht verdient gewesen. Nach dem Spiel gingen wir wieder ins SPA und ergötzten uns an einem leckeren Buffet in NTC. Am Abend packten wir dann unsere Taschen und uns wurde klar, dass unser schöner Japanaufenthalt schon wieder zu Ende war.

Abreisetag, 23.07.
Am Abreisetag standen wir früh auf, denn unser Flieger startete schon um 11.20 Uhr. Der Rückflug ging über Wien und gegen 18 Uhr MESZ landeten wir nach einem vierzehnstündigen Flug in Prag. In Chemnitz kamen wir dann gegen 20.30 Uhr an.
 

Trainer: S.Prötzig, J.Künze
Spieler: L.Hoppe, Ch.Scheffler, K.Leonhardt, K.Mädler, M.Barendt, R.Marmai, B.Lath, B.Steinbrück-alle BV99, T.Schmiedel, S.Papenfuß-USC Leipzig, L.Pabst, F.Veit-USV Halle, L.Schiller, L.Wobst-Gotha